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Die Bocche di Bonifacio bezeichnen den Meeresabschnitt, der sich zwischen Sardinien und Korsika befindet, eine Meerenge, die an ihrem für das Festland nächstgelegenen Punkt im französischen Gemeinde Bonifacio, nach dem sie benannt ist, etwa 11 km von der Küste entfernt liegt.
Bonifacio, das französische Dorf, das sich an den Fjorden erstreckt, blickt direkt auf die berühmten Bocche und - zusammen mit Santa Teresa di Gallura in Italien - definiert die Grenzen der Meerenge.
Die französische Stadt, die nur 2.600 Einwohner zählt, verdankt ihren Namen Bonifacio II. von Toskana, der in Korsika Präfekt war.
Bocche di Bonifacio: Ein Stück Geschichte
Die Bocche di Bonifacio hatten historisch gesehen immer eine nicht unerhebliche strategische Bedeutung, da man sie einfach überqueren konnte, um den Suezkanal und den Orient zu erreichen.
1887 waren sie im Besitz Italiens und des Archipels La Maddalena, später wollte Frankreich sie gerade wegen ihrer vorteilhaften Lage erobern.
Mit den Bocche di Bonifacio ist jedoch auch ein weniger erfreuliches Ereignis verbunden: der Untergang der Semillante am 15. Februar 1855, bei dem 773 französische Soldaten ums Leben kamen.
Die Winde, die über die Bocche di Bonifacio wehen
Da der Abschnitt Meer zwischen zwei Küsten liegt, ist die Bocche di Bonifacio auch eine Meerenge, in der je nach Zeitraum verschiedene Winde wehen. Der Maestrale ist der wahre Protagonist dieses Meeresabschnitts und hebt oft die Wellen und beeinflusst die Strömungen.
Manchmal wehen jedoch auch die Winde aus dem Süden stärker über diesen maritimen Abschnitt: der Libeccio aus Südwesten oder der Scirocco, der aus dem Südosten kommt. Auch in diesem Fall werden die Gezeiten und Strömungen stark vom Einfluss des Winds beeinflusst.
Was gibt es zu sehen?
Besonders faszinierend ist das Dorf, das den Bocche seinen Namen gibt: die Gemeinde Bonifacio an den Küsten Korsikas.
Diese Gemeinde teilt sich in zwei Teile: den unteren Teil - modern, kommerziell und dem Küstentourismus gewidmet - und den oberen Teil, der älter und historischer ist.
Im Süden, im Hafenbereich, finden sich Lokale und Restaurants, aber der alte Teil bietet die faszinierendsten Ausblicke mit seinen kleinen Gassen und architektonischen Werken, die insbesondere religiöser Natur sind.
Die Kirche Sainte-Marie-Majeure ist beispielsweise die älteste der Stadt und hier begannen die Prozessionen an stürmischen Tagen.
Es gibt auch die Kirche und das Kloster Saint-François und viele kleine Kapellen, die die Geschichte der Stadt erzählen, die als Fischerdorf und Marinerdorf entstanden ist.
Der Zauber des Meeres
Neben dem religiösen Tourismus kann man in Bonifacio auch Wassersport treiben, wie Kajakfahren oder Jetski, und zahlreiche Ausflüge unternehmen, insbesondere aufs Meer. Es gibt viele Inseln rund um die Stadt und Höhlen, die man in Bonifacio besuchen kann.
Unter den Inseln ist die Insel Lavezzi berühmt für ihre nicht besonders überfüllten Buchten und die Insel Cavallo, wo man nur anlegen kann, wenn man Gast im einzigen dort befindlichen Hotel oder bei den Besitzern einer der an ihren Küsten errichteten Villen ist. Unter den Höhlen sind die Höhle von Saint Antoine, auch bekannt als "Napoleons Hut", und die Höhle von Srdagonato, die berühmteste von Bonifacio, die nur über das Meer erreichbar ist, einen Besuch wert.