Der See der Skelette in Indien
LAGO DEGLI SCHELETRI: Der Roopkund, im Uttarakhand (Indien), ist ein mysteriöser See, der als der See der Skelette (Skeleton Lake) bekannt ist.
Die Skelette von 500 Menschen wurden im gefrorenen See bewahrt und kamen erst ans Licht, als das Eis schmolz. Die Entdeckung war beunruhigend, aber noch beunruhigender war die Erkenntnis, was diesem großen Menschengrupp das Leben genommen hatte.
Der Rookpund-See liegt über 5000 Meter über dem Meeresspiegel und ist ein Gletschersee. Jahrhunderte lang bewahrte er sein Geheimnis, bis während des Zweiten Weltkriegs einige Skelette ans Licht kamen.
Zunächst dachte man, es könne sich um die Überreste japanischer Soldaten handeln, die in indisches Gebiet eingedrungen waren und aufgrund des zu kalten Klimas gestorben sind.
Eine britische Expedition machte sich sofort auf, um das Geheimnis zu lüften. Was die Wissenschaftler jedoch entdeckten, war, dass es sich um viel ältere Überreste handelte, die dank der Temperaturen und des trockenen Klimas gut erhalten waren.
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Erst 2004 konnte eine vom National Geographic finanzierte Expedition das Rätsel jedoch lösen.
Eine DNA-Studie zeigte, dass die Knochen Männern gehörten, die um das Jahr 850 n. Chr. lebten, von denen die meisten zu einer einzigen großen Familie gehörten, während andere nicht miteinander verwandt waren. Eine Gruppe war ziemlich groß, die anderen klein.
Es handelte sich vermutlich um Ausländer, die von Einheimischen unterstützt wurden, um sich durch ein unwegsames Gebiet zu bewegen.
Alle Schädel wiesen Brüche im Nackenbereich auf und die Mordwaffe schien ein rundes, hartes Objekt wie Eisen zu sein, das von oben kam.
Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass eine heftige Hagelgewitter die Männer des Rookpund-Sees getötet hat, die an einem Ort ohne jeglichen Schutz überrascht wurden.
Soweit wir wissen, gab es in dieser Region Indiens keine Handelsrouten, aber es führte der Weg eines wichtigen Pilgerns zum Kult von Nanda Devi vorbei.
Die Gruppe könnte also aus Pilgern bestanden haben, die während des Weges durch den Hagel getötet wurden.
Wahrscheinlich sind nicht alle gestorben. Einige könnten sicher nach Hause zurückgekehrt sein und von den Ereignissen berichtet haben.
Eine alte Legende erzählt, dass eine Gottheit, wütend über das Vorbeikommen einer Gruppe von Ausländern, sie bestraft und mit "hartem wie Eisen" Hagel getötet hat. Viele könnten sofort gestorben sein und die glacialen Gewässer hätten die Körper dann jahrhundertelang bewahrt, und in einigen Fällen sogar Haare und Kleidungsstücke.